05.10.2010   Die Partnerschaft mit Königsmoos besiegelt


Ein Hergenfelder hatte vor Jahrhunderten Sümpfe in Bayern trockengelegt

Seit 2002 pflegen Hergenfeld und die bayerische Gemeinde Königsmoos freundschaftliche Beziehungen. Am Sonntag wurde die Partnerschaft offiziell besiegelt.

Hergenfeld. Böllerschützen aus den Königsmooser Ortsteilen Untermaxfeld und Klingsmoos eröffneten das Partnerschaftsfest. Im voll besetzten Gemeindehaus von Hergenfeld begrüßte Reiner Link die 57-köpfige Abordnung der Partnergemeinde Königsmoos, an ihrer Spitze Bürgermeister Heinrich Seißler sowie die „Königsmooser Musi“, die den Festakt musikalisch begleite.

Ortsbürgermeister Martin Theis blickte auf den Sommer 2002 zurück, als der Königsmooser Heimatforscher Fritz Zehntmeier mit einem 4500 Jahre alten Stück Mooreiche vor seiner Haustür stand und ihm mitteilte, dass der Pionier der Donaumoor-Kultivierung, Johann Peter Kling, 1749 in Hergenfeld geboren wurde. Kling verdanken die Königsmooser ihre Heimat. Der Hergenfelder legte das in dieser Zeit völlig versumpfte Gebiet trocken und ging so in die bayerische Geschichte ein.

Zu seinem 200. Todestag setzte man ihm ein Denkmal. Im Laufe der Jahre kam es zwischen den Gemeinden und Vereinen zu Besuchen, wobei das Weinfest in Königsmoos, bei dem nur Hergenfelder Tropfen ausgeschenkt werden, inzwischen ein Selbstläufer geworden ist. Als ihm sein Kollege Seißler signalisierte, dass es an der Zeit sei, „das geschlamperte Verhältnis mit einer Partnerschaft zu beschließen“, stimmten beide Gemeinderäte einhellig zu. Theis sprach unter Beifall von einem herzlichen Miteinander, tiefer Freundschaft und innerlicher Verbundenheit.

„Heute finden die von Zehntmeier geknüpften Beziehungen ihren vorläufigen Höhepunkt“, stellte Seißler fest. Ihm sei es eine große Freude die Partnerschaft zu besiegeln, zumal die Bewohner beider Gemeinden sehr gut zusammenpassten. Seine Vorgängerin Auguste Schmitt, ließ übermitteln: „Das mit Hergenfeld war Liebe auf den ersten Blick.“

Schirmherr und Bürgermeister Markus Lüttger, der sich als „Trauzeuge“ sah, hob hervor, dass Hergenfeld in der Verbandsgemeinde Rüdesheim zu den Orten gehöre, „in denen die örtliche Gemeinschaft gelebt und wahrlich großgeschrieben wird“. Ihm sei es besonders wichtig, dass sich die Menschen beider Gemeinden in Offenheit, Respekt und Toleranz begegnen. Beide Bürgermeister bezeichnete Lüttger als Motor der Partnerschaft.

Bilder und Text: Dieter Ackermann  
Oeffentlicher Anzeiger vom Dienstag, 5. Oktober 2010

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