03.01.2012   K-45-Ausbau sorgt für Ärger in Hergenfeld


Hier waren die Arbeiten zu Ende, zeigt Ortsbürgermeister Martin Theis (links) an. Jetzt befürchten die Hergenfelder, dass die K 45 erst im Frühjahr fertig wird. Ärgerlich ist, dass durch die Vollsperrung und die damit verbundene Umleitung die Kinder eine Stunde länger unterwegs sind pro Tag.

Vollsperrung Kinder sind wegen Umleitung eine Stunde länger täglich im Bus unterwegs

Hergenfeld. Dass der Bestandsausbau der Kreisstraße 45 zwischen Hergenfeld und Wallhausen nicht wie angekündigt bis Ende November, Anfang Dezember fertiggestellt und die Maschinen abgezogen wurden, sorgt in Hergenfeld für reichlich Ärger. Neben den Autofahrern sind vor allem die Eltern der Schul- und Kindergartenkinder stocksauer.

Bedingt durch die Vollsperrung und die damit verbundene Umleitung ist der Bus, der die Hergenfelder Kinder zur Grundschule Wallhausen bringt, täglich insgesamt eine Stunde länger unterwegs. „Macht die Straße fertig bis zum 8. Januar, nicht erst im April“, stand auf kleinen Plakaten, mit denen die Schüler Jakob Böhmer (8) und Jarno Mattis (9) beim Besuch des Oeffentlichen Anzeigers an der Baustelle auf die unbefriedigende Situation hinwiesen.

Noch deutlicher wurde die verärgerte Ciara Strubel. Sie gehört zu den Eltern, die wegen der schwankenden Abfahrzeiten des Kindergartenbusses oft zu spät zur Arbeit kommen. Bedingt durch die Umleitungsstrecke muss der Bus auf dem Weg zur Kindertagesstätte nach Spabrücken weitere Wege in Kauf nehmen. Da er zu unterschiedlichen Zeiten in Hergenfeld eintrifft, müssen die Eltern mit ihren Kindern bereits um 7.50 Uhr an der Haltestelle stehen. „Dann kann es dauern. In den letzten drei Wochen kam der Bus sogar vier Mal überhaupt nicht. Dann müssen wir sehen, wie wir nach Spabrücken kommen. Von daher bringen viele Eltern ihre Kinder mit dem eigenen Auto zur Kindertagesstätte“, erläuterte Ciara Strubel. „Das ist praktizierter Umweltschutz“, war zu hören.

Angelegenheit ist ärgerlich

Auch die Kreisverwaltung und die ORN seien in dieser Angelegenheit kontaktiert wurden. „Außer dass jeder sagt, er kümmert sich, ist nichts passiert“, hieß es. Ratsmitglied Toni Lang verwies auf die Aussage eines Mitarbeiters des ausführenden Straßenbauunternehmens. Der habe auf die Frage, warum die Straße vor Weihnachten nicht fertiggestellt wurde, erklärt, der Wallhäuser Ortsbürgermeister Franz Josef Jost hätte darauf gedrängt, zuerst den Weg zum Ketzenberg zu teeren. Dann habe man es nicht mehr geschafft.

„An mehreren Tagen hat sich an der Straße überhaupt nichts getan. Das Unternehmen wusste doch, dass es auf den Winter zugeht“, fügte der Hergenfelder Ortsbürgermeister Martin Theis hinzu und bezeichnete die ganze Angelegenheit als ärgerlich.

Nach den Schulferien geht's weiter

„Wir hätten die Straße gerne fertiggestellt, doch das hat aus verschiedenen Gründen nicht funktioniert. Die Arbeiten waren umfangreicher, als wir annahmen, zudem mussten wir im Herbst auf die Winzer Rücksicht nehmen“, erklärte Gerold Haas vom Landesbetrieb Mobilität (LBM) auf Anfrage. Haas versicherte: „Wenn es zu keinem gravierenden Wintereinbruch kommt und es die Witterung zulässt, geht’s in der kommenden Woche nach dem Ende der Betriebs- und Schulferien weiter.“ Sowohl seine Behörde als auch das ausführende Unternehmen möchten die Arbeiten schnellstmöglich abschließen.


Bild und Text: Dieter Ackermann Oeffentlicher Anzeiger vom Dienstag, 3. Januar 2012

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