13.02.2012   Aufgekratzte Mädels ernten Lachsalven


Hergenfelder Damen holten auf ihrer Sitzung zum närrischen Rundumschlag aus

Hergenfeld. Getreu ihrem Motto „Wer will fleißige Handwerker sehn, der muss no Herchefeld uff die Fassenacht gehen“ holten die Mitglieder der katholischen Frauengemeinschaft Hergenfeld, gekleidet in originelle Arbeitsmonturen, zum großen närrischen Rundumschlag aus.

Susanne Klein und Marion Bentz, die witzig-spritzig durch die Damensitzung führten, gaben den aufgekratzten Mädels im Dorfgemeinschaftshaus gleich die Richtung vor: „Was kann die Fassenacht so herrlich sein, der ganze Saal lebt uff, heit mache mir ener druff“.

„Mir kam grad in de Sinn, Handwerker sinn so zuverlässig wie ne Lottogewinn“, ulkte Protokollchefin Helga Engel, die auch den „verschleppten“ Ausbau der Wallhäuser Straße anprangerte und dem beim Oktoberfest des Oeffentlichen Anzeigers in Hergenfeld vermissten Tupperschüsselchen nachtrauerte. Das kam beim Publikum gut an – genau wie „Kartoffelkönigin“ Chiara Strubel, die strahlend verkündete: „Der Titel macht mich populär, die Bauere nenne mich Miss Krummbeer“. Die Weiberschar jodelte und sang bei den „Müllsäcken“ Heidi Memmesheimer, Ute Luckow, Walburga Grünewald, Jasmin Bentz, Uschi Christ und Annemarie Böhmer gern mit.

Kokolores in Reinkultur präsentierten trocken Helga Engel und Helene Zimmermann. Eine Kostprobe: „Ein junger Mann hat mich so freundlich angelächelt, es wird doch kein Mädchenhändler gewesen sein? Nee, eher ne Antiquitätenhändler.“ Die Mädels hatten ihren Spaß – auch dann, als die Damen vom Hühnerstammtisch um Sandra Kaspar-Schmitt schaurig schön als Vampire über die Bühne stoben. Eine klasse Vorstellung, die begeisterte.

Das galt auch für die Gruppe Golden Girls unter der Leitung von Ute Luckow und ihre tänzerische Interpretation der Vogelwiese. Köstlich waren Heidi Memmesheimer und Annemarie Böhmer, die mit ihrem Zwiegespräch verdeutlichten, wie schwer es ist, eine Fahrkarte zu erwerben, wenn der Reisende nicht sagt, wo er hin will.

„Ärztin“ Inge Wingenter nahm es mit der Schweigepflicht nicht ganz so genau und plauderte unbekümmert aus dem Nähkästchen, sodass sich die Balken bogen. Frenetische „Uijuijuijs“ nahmen kein Ende. Krankenhauspatientin Petra Lang und Besucherin Edeltraud Lang, nahmen den Faden auf und produzierten reihenweise Lachsalven.

Ein optisches Glanzlicht setzte die Hergenfelder Showtanzformation „Satisfaction“ um Sarah Theis, ehe die Damensitzung mit der traditionellen Hitparade ausklang. Schlagerstars wie Baccara, Finger und Kadel, DJ Abschleppdienst und Andreas Gabalier heizten der Damenwelt ordentlich ein und brachten das Dorfgemeinschaftshaus mächtig ins Wanken.


Oeffentlicher Anzeiger (Ost) vom Montag, 13. Februar 2012 Bild und Text: Dieter Ackermann

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