24.02.2013   Gemeinderat Hergenfeld ließ sich von BI nicht umstimmen


Mit Schildern, Transparenten und Sprechchören demonstrierten Mitglieder der BI Windkraft SooNicht, Schöneberger und Spabrücker Bürger und weitere Gegner von Windkraftanlagen im Eignungsgebiet 38, in Hergenfeld.

Mit einem Großaufgebot von Unterstützern hat die Schöneberger Bürgerinitiative (BI) Windkraft! SooNicht vor der Gemeinderatssitzung in Hergenfeld am Donnerstagabend versucht, die Ratsmitglieder dahin gehend zu beeinflussen, dass sie die Beschlussfassung über die Aufstellung des Bebauungsplanes „Windpark Göbus“ sowie den Erlass einer Veränderungssperre für den Bereich des Bebauungsplanes, aufschieben. „Die BI bietet dem Gemeinderat an, sich ein umfassendes Bild von den möglichen Auswirkungen des geplanten Windparks zu machen“, sagte die Sprecherin der Initiative, Katja Baumgärtner, und ergänzte: „So, wie das in Schöneberg bereits bei der jüngsten Infoveranstaltung der Fall war“ (wir berichteten). Ziel der BI sei es, darauf einzuwirken, dass der Hergenfelder Gemeinderat seine Entscheidung, Windkraftanlagen zu errichten, noch einmal überdenkt. Zudem sollte die Gemeinde Hergenfeld davon überzeugt werden, dass sich das von der Planungsgemeinschaft Rheinhessen-Nahe ausgewiesene Gebiet 38 nicht für die Errichtung von Windkraftanlagen eignet.

„Riesenwindräder würden das Schöneberger Dorfbild dominieren. Es gibt Standorte für Windkraftanlagen, die weniger belastend für Umwelt und Menschen sind, sensible Flächen sollten nicht in die Planung einbezogen werden. So etwas mutet man guten Nachbarn nicht zu. Mögliche Standorte im Eignungsgebiet 38 verdeutlichen es: Selbst wenn dort andere Standorte gewählt würden, führt dies im Ergebnis für Schöneberg immer zu Lärmproblemen, zudem lässt sich Gesundheit nicht kaufen“, machten Katja Baumgärtner und Eric Wölfel deutlich.

Die rund 70 Demonstranten aus Schöneberg wurden von Bürgern und Ratsmitgliedern aus Spabrücken, an der Spitze Ortsbürgermeister Dieter Rosskopf sowie Vertretern der Verbände NABU und BUND, unterstützt. Ausgestattet mit Schildern und Transparenten, auf denen zu lesen war: „Schöneberger wollen nicht unter die Räder kommen“, „Der Soonwald darf nicht Opfer von Windkraftanlagen werden“, „Jeder denkt nur ans Geld, wer denkt eigentlich an Menschen, Tiere, Gesundheit und Natur?“ oder „Was du nicht willst, was man dir tu, das füg auch keinem andern zu“ und Sprechchören „Windkraft so nicht“ äußerten die Demonstranten vor dem Haus Schönblick, in dem der Gemeinderat tagte, ihren Unmut.

Keinesfalls beeindruckt zeigten sich der Hergenfelder Ortsbürgermeister Martin Theis und die Ratsmitglieder. Die Aufstellung des Bebauungsplanes „Windpark Göbus“ erfolgte ebenso einstimmig und ohne jegliche Diskussion wie der Erlass der Veränderungssperre für das 59,4 Hektar große Gebiet sowie der damit verbundene Satzungsbeschluss. Gegenüber dem „Oeffentlichen“ sagte Theis, dass es das Recht der BI sei zu demonstrieren. „Wir werden uns jetzt mit unseren guten Sachargumenten an Landrat Franz-Josef Diel wenden sowie an die Landesregierung“, machte Katja Baumgärtner deutlich. Die gut einstündige Demonstration blieb friedlich. Polizei war vor Ort.


Bild und Text: Dieter Ackermann, Oeffentlicher Anzeiger (Ost) vom Samstag, 23. Februar 2013

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